- Schwarztee, Grüntee und alles mit Koffein
- Warum 200 mg bei Ihnen anders wirken können
- Kräuter- und Früchtetees: koffeinfrei, aber nicht grenzenlos
- Zwei oder vier Tassen: wie Sie sich entscheiden
- Was in Ihrer Kanne wirklich drin ist
- Sorte für Sorte
- Himbeerblätter und das Versprechen, das nicht hält
- Grüntee-Extrakt ist kein Grüntee
- Wie viel Tee insgesamt
- Wann Sie nicht bis zum nächsten Termin warten
- Und was davon bleibt
- Quellen
- Lesen Sie auch
Schwarzer und grüner Tee sind in der Schwangerschaft erlaubt, aber zwei Tassen am Tag schöpfen die Koffeinmenge schon fast aus. Kräuter- und Früchtetees sind koffeinfrei, dafür gilt für sie eine eigene Grenze von zwei bis vier Tassen täglich, und einzelne Sorten wie Süßholzwurzel gehören gar nicht in die Tasse.
Das ist der Punkt, den die meisten Listen im Netz verfehlen: Sie sortieren Tees in „erlaubt“ und „verboten“, obwohl fast alles an der Menge hängt. Eine Tasse Kamille ist etwas anderes als eine Kanne davon jeden Abend. Wer die zwei Mengenregeln im Kopf hat, die Koffeinsumme und das Tassenlimit für Kräuter, braucht die Liste kaum noch.

Schwarztee, Grüntee und alles mit Koffein
Die britische Gesundheitsempfehlung für die Schwangerschaft lautet: In der Schwangerschaft sollten aus allen Quellen zusammen höchstens 200 mg Koffein pro Tag aufgenommen werden. „Aus allen Quellen“ ist hier das entscheidende Wort. Gemeint sind neben Tee auch Kaffee, Cola, Energydrinks, Schokolade, Guarana sowie koffeinhaltige Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel.

Und dann wird es schnell eng. Bei geschätzten 75 mg Koffein pro Tasse liefern zwei Tassen Schwarz- oder Grüntee etwa 150 mg, drei Tassen etwa 225 mg und damit mehr als den Tageshöchstwert, noch bevor andere Koffeinquellen hinzukommen. Tassengröße und Ziehzeit verschieben das in beide Richtungen, aber als Alltagsrechnung heißt das: zwei Tassen sind Ihr Spielraum, wenn sonst nichts Koffeinhaltiges dazukommt. Trinken Sie morgens einen Kaffee, ist der Nachmittagstee besser ein Kräutertee.
Warum überhaupt eine Grenze? Zu viel Koffein wurde mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Fehl- und Totgeburten in Verbindung gebracht, wobei das ein beobachteter Zusammenhang ist und keine Ursache in einer einzelnen Schwangerschaft. Unterhalb der Grenze sieht es beruhigender aus: Weniger als 200 mg Koffein täglich scheinen kein wesentlicher Faktor für Fehlgeburten oder Frühgeburten zu sein. Offen bleibt ein anderer Punkt: Ob Koffein das Risiko einer Wachstumsrestriktion des ungeborenen Kindes erhöht, ist nicht geklärt. Bleiben Sie deshalb unter 200 mg am Tag und rechnen Sie alle Getränke zusammen, statt einzelne Tassen zu bewerten.
Warum 200 mg bei Ihnen anders wirken können
Die Reaktion auf Koffein ist individuell verschieden, und eine Schwangerschaft kann die Aktivität des wichtigsten am Koffeinabbau beteiligten Enzyms verändern. Praktisch heißt das: Wenn Sie plötzlich von einer Tasse Schwarztee zittrig werden oder nachts wachliegen, ist das kein Einbildungsproblem, sondern ein Grund, weiter herunterzugehen als 200 mg.
Noch etwas, das mit Koffein nichts zu tun hat und trotzdem an derselben Tasse hängt: Tannine in schwarzem und grünem Tee können die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln behindern. Wenn Sie wenig oder kein Fleisch essen und Ihr Eisenwert ohnehin knapp ist, trinken Sie den Tee lieber zwischen den Mahlzeiten statt zum Linsengericht.

Kräuter- und Früchtetees: koffeinfrei, aber nicht grenzenlos
Kräutertee im engeren Sinn wird nicht aus der Teepflanze hergestellt und enthält kein Koffein. Das gilt für reine Kräuter- und Früchtemischungen; sobald Grün- oder Schwarztee mit in der Mischung steckt, zählt die Tasse wieder auf Ihr Koffeinkonto.
Koffeinfrei heißt aber nicht beliebig. Große Mengen mancher Kräuter können dem ungeborenen Kind schaden oder Wehen auslösen und dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt erhöhen. Deshalb gibt es überhaupt eine Tassengrenze, und die beiden Empfehlungen, die es dazu gibt, sind unterschiedlich streng.
Zwei oder vier Tassen: wie Sie sich entscheiden
Der britische Gesundheitsdienst NHS rät in der Schwangerschaft, nicht mehr als vier Tassen Kräutertee pro Tag zu trinken. Eine australische staatlich finanzierte Verbraucherinformation für Schwangerschaft und Stillzeit nennt zwei Tassen Kräutertee am Tag als Obergrenze.
Nehmen Sie die niedrigere Zahl. Zwei Tassen decken jedes Trinkbedürfnis ab, das ein Kräutertee erfüllen soll, und beide Empfehlungen sagen ausdrücklich nicht, dass die genannte Menge jeder beliebigen Mischung unbedenklich sei. Wenn Sie an manchen Tagen bei drei oder vier landen, sind Sie weiterhin innerhalb dessen, was der NHS nennt; als Gewohnheit würde ich bei zwei bleiben und lieber die Sorten wechseln, statt drei Wochen lang dieselbe Mischung zu trinken.

Was in Ihrer Kanne wirklich drin ist
Hier kommt der Teil, den auch gut informierte Leserinnen selten gehört haben. Die Menge pflanzlicher Inhaltsstoffe in Kräutertees kann schwanken, und ein Produkt kann auch nicht auf dem Etikett genannte Bestandteile enthalten.
Das ist der eigentliche Grund für die Tassengrenzen. Bei Kaffee wissen Sie ungefähr, was Sie trinken; bei einer Kräutermischung ist die Dosis des wirksamen Pflanzenstoffs nichts, was auf der Packung steht, und die Packung ist nicht immer vollständig. Nicht jedes Produkt ist falsch deklariert, aber Sie können es einer Packung nicht ansehen. Deshalb hat die Zurückhaltung bei Menge und Regelmäßigkeit einen anderen Charakter als bei Lebensmitteln, deren Zusammensetzung Sie kennen.
Daraus folgt eine konkrete Handlung: Während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte vor dem Trinken von Kräutertee ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden, besonders bei gleichzeitiger Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente. Nehmen Sie beim nächsten Termin die Packung mit oder fotografieren Sie die Zutatenliste. Für eine einzelne Tasse Pfefferminze müssen Sie niemanden fragen; für die Mischung, die Sie sich jeden Abend aufgießen wollen, schon.

Sorte für Sorte
Ingwer. Ingwertee sollte in Maßen während der Schwangerschaft unbedenklich sein, und Ingwertee kann Übelkeit lindern. Das macht ihn zur naheliegenden Wahl im ersten Trimester. Für hoch dosierte Ingwerpräparate aus der Kapsel gilt diese Einschätzung nicht.
Pfefferminze. Pfefferminztee gilt in üblichen Mengen als unbedenklich; sehr große Mengen sollten vermieden werden. Eine Zahl, ab wann „sehr groß“ beginnt, nennt die Quelle nicht, und konzentrierte Pfefferminzpräparate sind etwas anderes als der Aufguss.
Kamille. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Kamillentee wegen der begrenzten Datenlage nicht in großen Mengen getrunken werden. Als Abendritual eine Tasse ist ein anderes Bild als eine Kanne über den Tag.
Süßholzwurzel. Tee mit Süßholzwurzel sollte in der Schwangerschaft gemieden werden. Süßholz steckt oft ungefragt in Magen-, Hals- und Abendmischungen, also lohnt sich hier wirklich der Blick auf die Zutatenliste.
Löwenzahn und Hagebutte. Für Löwenzahntee und Hagebuttentee reichen die Informationen nicht aus, um ihre Sicherheit in der Schwangerschaft zu beurteilen. Das ist kein Hinweis auf Schaden, sondern eine Lücke: Wenn Sie beides ohnehin nicht vermissen, ist Weglassen der einfachere Weg.
Himbeerblätter und das Versprechen, das nicht hält
Himbeerblättertee ist der Klassiker, den Freundinnen ab Woche 34 weiterreichen, und genau da lohnt sich das Innehalten: Für Himbeerblättertee ist nicht gezeigt, dass er auf Wehen und Geburt vorbereitet oder dabei hilft.
Das ist ein anderer Befund als „gefährlich“. Himbeerblättertee ist in der Schwangerschaft wahrscheinlich unbedenklich, ohne dass eine sichere Dosis genannt wird. Wenn Sie ihn gern trinken, spricht wenig dagegen. Nur der Grund, aus dem ihn die meisten trinken, hält der Prüfung nicht stand, und das ist eine Enttäuschung, die man besser vor Woche 36 hat als danach.
Grüntee-Extrakt ist kein Grüntee
Von hoch dosierten Grüntee-Extrakten ist in der Schwangerschaft abzuraten; der Hinweis stammt aus einem Tierversuch mit konzentriertem Extrakt und betrifft Kapseln und Konzentrate, nicht die Teekanne. Die Warnung zu hoch dosiertem Grüntee-Extrakt ist kein Nachweis dafür, dass normal aufgebrühter Grüntee dieselbe Wirkung hat. Für den aufgebrühten Grüntee bleibt die Koffeinrechnung von oben der Maßstab.
Wie viel Tee insgesamt
Als allgemeine Orientierung gelten täglich 6 bis 8 Tassen oder Gläser Flüssigkeit, so die britische Trinkempfehlung für die Allgemeinbevölkerung. In der Schwangerschaft sowie bei Hitze, langer körperlicher Aktivität, Krankheit oder Genesung kann mehr Flüssigkeit als die allgemeine Orientierung von 6 bis 8 Gläsern täglich nötig sein, ohne dass dafür feste Zusatzmengen genannt werden. Tee zählt zur täglichen Flüssigkeitszufuhr.
Daraus wird ein Tag, den Sie sich merken können: höchstens zwei Tassen Schwarz- oder Grüntee, wenn sonst kein Koffein dazukommt, dazu zwei Tassen Kräuter- oder Früchtetee, und der Rest der 6 bis 8 Portionen ist Wasser. Sechs bis acht Tassen Tee sind ausdrücklich nicht das Ziel.
Wenn Sie Ihren Alltag in der Schwangerschaft gerade sowieso neu sortieren, gehört die Bewegung dazu: Der Trimester-Plan von MomsLab stellt Yoga- und Pilates-Einheiten für zu Hause zusammen, die mit dem Trimester weiterrücken, und braucht nur eine Matte und Platz zum Hinlegen. Umfang und Art der Belastung besprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt, die Ihre Schwangerschaft betreuen.
Wann Sie nicht bis zum nächsten Termin warten
Rufen Sie noch heute in der Praxis oder in der Klinik an, wenn nach einem Kräutertee regelmäßige, zunehmende Bauchkrämpfe oder wehenartige Schmerzen einsetzen, wenn Blutungen oder Flüssigkeitsabgang auftreten, oder wenn Sie Hautausschlag, Atemnot oder Schwellungen im Gesicht bemerken. Der Grund dafür steht oben: Große Mengen mancher Kräuter können Wehen auslösen. Trinken Sie den betreffenden Tee in diesem Fall nicht weiter und nehmen Sie die Packung mit.
Dasselbe gilt, wenn Sie einen Tee regelmäßig getrunken haben, dessen Zutatenliste Sie jetzt beunruhigt, und Sie sich unsicher fühlen: Das ist ein Anruf wert und kein Thema für die Suchmaschine um Mitternacht.
Und was davon bleibt
Am Ende steht keine Liste, sondern eine Zahl und eine Gewohnheit. Die Zahl ist Ihre Koffeinsumme über den ganzen Tag, nicht pro Getränk. Die Gewohnheit ist der Blick auf die Zutatenliste, bevor eine Mischung zum täglichen Ritual wird.
Das Schöne daran: Sobald beides sitzt, hören Sie auf, jede Tasse zu hinterfragen. Sie wissen, wo Ihre zwei Tassen hingehen, und der Rest des Tages ist einfach Wasser, warm oder kalt, so wie Sie es mögen.
Quellen
- American College of Obstetricians and Gynecologists. value is what Coveo indexes and uses as the title in Search Results.–> <title>Moderate Caffeine Consumption During Pregnancy : ACOG
- Hereditas. Unraveling the complexities of caffeine: metabolism, genetics, evolution, and health
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Wie kann ich meinen Eisenbedarf decken?
- Medicina (Kaunas, Lithuania). Evaluation of Neonatal Cardiotoxicity Following Maternal Green Tea Extract Consumption During Pregnancy: An Experimental Rat Study on the Cytochrome c/Caspase-9/Caspase-3 Pathway
- National Health Service (United Kingdom). Foods to avoid in pregnancy – NHS
- National Health Service (United Kingdom). Water, drinks and hydration – NHS
- Pregnancy, Birth and Baby (Healthdirect Australia). Herbal teas during pregnancy and breastfeeding : Pregnancy, Birth and Baby
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