Den Herzschlag des Babys sieht die Ärztin im Ultraschall meist ab der sechsten oder siebten Schwangerschaftswoche, gezählt ab dem ersten Tag der letzten Periode. Er schlägt dann etwa 100 bis 150 Mal in der Minute, wird bis zur neunten oder zehnten Woche schneller, auf etwa 165 Schläge, und liegt in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft normalerweise zwischen 110 und 160, fast doppelt so schnell wie Ihr eigener Puls.

Ab wann der Herzschlag zu sehen ist

Das Herz beginnt zu schlagen, lange bevor es fertig gebaut ist, und im vaginalen Ultraschall ist das als feines Flackern zu erkennen. In Deutschland gehören drei Ultraschalluntersuchungen zur Vorsorge, in der 9. bis 12., der 19. bis 22. und der 29. bis 32. Woche: Bei der ersten prüft die Ärztin, ob ein Herzschlag feststellbar ist, bei der dritten kontrolliert sie Herzschlag und Lage des Kindes. Wann der erste Termin sinnvoll ist, lesen Sie in unserem Artikel über den ersten Besuch beim Frauenarzt.

Wählen Sie beim zweiten Ultraschall die erweiterte Untersuchung, sieht sich die Ärztin auch das Herz genauer an: ob es links liegt, rhythmisch schlägt und ob seine vier Kammern ausgebildet sind. Viele Eltern fragen bei diesem Termin nach dem Geschlecht; ab welcher Woche es sich im Ultraschall erkennen lässt, erklärt ein eigener Artikel.

Herzfrequenz nach Wochen

Schwangerschaftswoche übliche Herzfrequenz, Schläge pro Minute
6. bis 7. Woche etwa 100-150
8. bis 10. Woche etwa 155-175
13. bis 14. Woche etwa 150-160
zweite Hälfte der Schwangerschaft und Geburt 110-160

Die Werte beschreiben viele gesunde Schwangerschaften, keinen Messwert, den Ihr Kind genau treffen muss. Was die Ärztin beurteilt, ist der Verlauf von Untersuchung zu Untersuchung und ob der Grundwert in der zweiten Hälfte zwischen 110 und 160 bleibt. Ein schneller Herzschlag in den ersten Wochen ist meist kein Grund zur Sorge: Solche Schwangerschaften verlaufen ebenso oft ohne Probleme wie die übrigen.

Wenn der Herzschlag fehlt, langsam oder unregelmäßig ist

Ist bei einer sehr frühen Untersuchung noch kein Herzschlag zu sehen, ist die Schwangerschaft oft einfach jünger als gedacht, etwa weil der Eisprung später war. Ein einzelner früher Ultraschall entscheidet das nicht: Die Ärztin vereinbart eine Kontrolle nach ein bis zwei Wochen und beurteilt dann, wie sich Fruchthöhle und Embryo entwickelt haben.

Ein deutlich langsamer Herzschlag in der sechsten oder siebten Woche, unter etwa 90 bis 110 Schlägen in der Minute je nach genauem Alter der Schwangerschaft, ist dagegen ein ernstes Zeichen. In solchen Schwangerschaften kommt es viel häufiger zu einer Fehlgeburt, auch wenn der Herzschlag bei der nächsten Untersuchung normal ist, deshalb plant die Ärztin mindestens eine weitere Ultraschallkontrolle bis zum Ende des ersten Trimesters.

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Später fällt ein unregelmäßiger Rhythmus meist durch einzelne Extraschläge auf. Sie sind die häufigste Rhythmusauffälligkeit beim Ungeborenen und fast immer harmlos; die Ärztin kontrolliert die Herztöne dann öfter, bis die Extraschläge verschwinden. Ein anhaltend sehr schneller oder sehr langsamer Herzschlag ist dagegen ein Grund für eine genaue Herzuntersuchung des Kindes, die fetale Echokardiographie. Sie wird auch empfohlen, wenn in der Familie angeborene Herzfehler vorkommen, wenn Sie schon vor der Schwangerschaft Diabetes hatten oder wenn der Ultraschall eine Auffälligkeit am Herzen zeigt.

Wie der Herzschlag gemessen wird

Bei jedem Vorsorgetermin prüfen die Ärztin oder die Hebamme die Herztöne des Kindes, mit dem Ultraschall, einem kleinen Doppler-Gerät oder einem Hörrohr. Wie oft diese Termine sind, steht in unserem Überblick, wie oft man in der Schwangerschaft zum Frauenarzt geht.

Das CTG (Kardiotokographie) zeichnet über längere Zeit gleichzeitig die Herzfrequenz des Kindes und die Wehen auf. Vor der Geburt wird es nur aus Gründen geschrieben, die die Mutterschafts-Richtlinien aufzählen, etwa wenn die Herztöne beim Abhören auffällig sind oder Wehen zu früh einsetzen. Unter der Geburt überwacht es das Kind, dauerhaft oder in Abständen.

Herztongerät für zu Hause

Ein Herztongerät für zu Hause ist kein verlässlicher Weg, das Befinden des Kindes zu prüfen. Man hört leicht den eigenen Puls statt des kindlichen, und selbst ein gefundener Herzschlag heißt nicht, dass es dem Kind gut geht. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft verlassen Sie sich stattdessen auf seine Bewegungen: Bewegt es sich weniger als sonst, gar nicht mehr oder anders als gewohnt, rufen Sie sofort Ihre Hebamme oder den Kreißsaal an, statt bis zum nächsten Tag zu warten.

Eine Zahl aus der Tabelle hilft, einen Wert einzuordnen, entscheiden muss sie nichts. Ein Herzschlag, der zur Woche passt, ist ein gutes frühes Zeichen einer gesunden Entwicklung, und ein ungewöhnlicher Befund wird durch die nächste Untersuchung geklärt, nicht durch einen einzelnen Wert.

Quellen

  1. American Heart Association. Diagnosis and Treatment of Fetal Cardiac Disease: A Scientific Statement From the American Heart Association
  2. American Journal of Roentgenology. Outcome of pregnancies with rapid embryonic heart rates in the early first trimester
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss. Mutterschafts-Richtlinie
  4. Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine. Reference intervals of embryos/fetuses heart rate between 6 and 14 weeks of pregnancy
  5. New England Journal of Medicine. Diagnostic Criteria for Nonviable Pregnancy Early in the First Trimester
  6. NHS. Your baby's movements
  7. NICE. Fetal monitoring in labour (NG229)
  8. Radiology. Outcome of first-trimester pregnancies with slow embryonic heart rate at 6-7 weeks gestation and normal heart rate by 8 weeks at US